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Kryotherapie (Kältetherapie)  Zurück

Unter Kryotherapie wird die Anwendung von Kälte zu therapeutischen Zwecken verstanden. Dabei kann die Kälte auf ganz unterschiedliche Weise angewandt werden. In der Hydrotherapie, einer der fünf Säulen der Kneipp-Therapie, wird die Kälte in Form von kaltem Wasser zugeführt. Das kann zum Beispiel als kalter Guss oder in einem Wassertretbecken geschehen. Auch die Sauna ist im Grunde ein Teil der Kryotherapie, denn die medizinische und abhärtende Wirkung beruht vor allem auf der kalten Dusche oder dem kalten Bad nach dem Saunagang. Die vorhegende Erwärmung verstärkt lediglich den Kältereiz

 

Kälte kann aber auch in Form von Eispackungen, kalten Wickeln oder Eissprays sowie als Tauchbad in Eiswasser angewandt werden. Ein relativ neues Verfahren ist die so genannte Ganzkörperkryotherapie. Dabei halten sich die Patienten für kurze Zeit (1 bis 3 Minuten) in einer Kältekammer auf, in der Temperaturen von bis zu -120°C herrschen können. Sie tragen dabei nur Badehose oder Badeanzug sowie Handschuhen und einen Mundschutz. Entweder wird kalte Luft oder Stickstoffdampf in die Kammer geleitet.

 

Wie wirkt die Therapie?

Kälte hat auf den Organismus eine ganze Reihe verschiedener Wirkungen. Die langfristige Anwendung, z. B. in Form von regelmäßigen kalten Bädern, Saunabesuchen oder Wassertreten hat vor allem eine "Abhärtung" zur Folge. Durchblutung und Immunsystem werden angeregt und der Körper insgesamt gestärkt.

 

Bei Verletzungen kann dagegen eine Kältepackung oder ein Kältespray auch akut Linderung verschaffen. Diese Wirkung beruht auf mehreren Faktoren:

Hemmung des Schmerzreizes

abschwellende Wirkung

Hemmung der Entzündungsreaktion

Reduktion der Muskelspannung

Gefäßkontraktion (blutungsstillend)

 

Die entzündungshemmende Wirkung der Kälte macht man sich vor allem bei chronischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder anderer Störungen aus dem rheumatischen Formenkreis (Fibromyalgie, Morbus Bechterew) zu eigen. Generell gilt, dass Kälte vor allem bei akuten Entzündungsschüben angewandt werden soll. So können sich Rheuma-Patienten nach einem Aufenthalt in der Kältekammer anschließend für Stunden wesentlich leichter bewegen und die akuten Schmerzen werden deutlich geringer.

Quelle: http://www.aok.de    Zurück