|
Krankengymnastik ist eine form der Bewegungstherapie. Sie hat jedoch im
Gegensatz zu dieser nicht das primäre Ziel, Krankheiten vorzubeugen.
Krankengymnastik ist in der Regel eher Teil der Behandlung einer bestehenden
Krankheit oder wird in der Nachbehandlung von Krankheiten, Operationen oder
Unfällen eingesetzt. Die Übungen werden unter Anleitung von Krankengymnasten
oder Physiotherapeuten ausgeführt. Dabei gibt es eine Vielzahl von
Verfahren, die zum größten Teil in eigenen Schulen gelehrt werden. Sie
erfordern eine mehrmonatige oder mehrjährige Ausbildung.
Die Anwendungsgebiete umfassen vor allem
Schäden am Bewegungsapparat und Haltungsschäden. Darüber hinaus gibt es
spezielle Übungen zur Förderung der Herz- und Lungenfunktion oder bei
Bewegungsstörungen (z. B. nach einem Schlaganfall oder bei spastischen
Lähmungen). In der Schwangerschaft und in der nachgeburtlichen Phase hat die
Krankengymnastik eine wichtige unterstützende Funktion.
Neben den "klassischen" Techniken gibt es auch
Sonderformen der Krankengymnastik wie Unterwassergymnastik. Eine auf ein
spezielles Krankheitsbild abgestimmte Form der Krankengymnastik ist
beispielsweise die Beckenbodengymnastik gegen Inkontinenz.
Durch Krankengymnastik sollen körperliche
Defizite, die für Krankheiten oder Schmerzen verantwortlich sind, gezielt
ausgeglichen werden. Das kann zum Beispiel bei Rückenschmerzen eine zu
schwache Rückenmuskulatur sein, die die Wirbelsäule nicht mehr entlastet.
Auch fehlerhafte Bewegungs- und Haltungsmuster, die man sich im Alltag
angewöhnt hat, zum Beispiel beim Heben von Lasten oder beim Sitzen am
Computer, können durch Krankengymnastik verbessert werden.
Grob einteilen lassen sich die aktiven
krankengymnastischen Elemente in Bewegungs- und Halte-Übungen. Sie haben die
Aufgabe die Muskeln der Patienten zu stärken, und es ergeben sich positive
Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Darüber hinaus wird die
Koordination der Körperbewegungen verbessert und die Knochensubstanz
gestärkt.
Daneben gibt es auch passive Elemente, bei
denen nicht der Patient, sonder der Therapeut die Bewegungen der Gelenke
ausführt oder sie zumindest unterstützt. So soll vor allem der
Bewegungsspielraum der Gelenke und die Dehnfähigkeit von Muskeln und
Bindegewebe erweitert werden.
|